Kolumne: Die Ampelfreundschaft

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Neulich stand ich neben einer Mutter mit Sohn an der Ampel. Der Sohn trug eine rote Spidermanmütze auf dem Kopf und blinkende Schuhe an den Füßen. Zu uns stellte sich eine weitere Mutter, ebenfalls mit Sohn, der ebenfalls eine Spidermanmütze und Blinkeschuhe trug. Auf dem Roten Teppich hätte dies mit Sicherheit für einen Eklat gesorgt, nicht jedoch heute an dieser Ampel. Der erste Junge schrie nämlich sofort, dass der andere Junge eine coole Mütze anhabe. Der zweite Junge gab dieses Kompliment zurück, sie tauschten Namen aus und fingen an hinter dem nahegelegenen Baum Verstecke zu spielen. Einfach so, ohne Vorurteile, ohne sich jemals zuvor gesehen zu haben, voller kindlicher Freude, frei von jeglichen Sorgen.

Die Ampel wurde grün, die Jungs von ihren Müttern herbeigerufen und schon trennten sich ihre Wege. Ohne viel Theater riefen sich die beiden: “Bis bald!” zu und gingen mit ihren Müttern mit.

Wieso lässt diese Aufgeschlossenheit und Offenheit gegenüber anderen Menschen irgendwann nach? Wann hören wir auf Momente einfach unbeschwert und offen gegenüber zu treten und einfach im Moment zu leben? Wann fangen wir an in jeder Sekunde unseres Lebens darüber nachzudenken, was die Zukunft bringen wird?
Die zwei Jungs haben keine Sekunde darüber nachgedacht, dass die Ampel in zwei Minuten auf grün springen würde. Ihnen war ganz egal, wohin sie auf dem Weg waren, was ihre Pläne waren. Ihnen war egal, ob jemand auf sie wartete oder nicht. Ihnen war egal, ob daraus eine Freundschaft entstehen würde oder nicht. Sie haben einfach den Moment und die Chance genutzt etwas Spaß zu haben. Den Augenblick zu genießen. Sie haben nicht aneinander vorbeigestarrt. Sie haben nicht stoisch auf ihr Handy eingetippt. Sie haben sich nicht gewünscht, dass die Ampel endlich grün wird, so dass sie etwas nacheilen können, etwas hinter sich bringen oder endlich die Füße hochlegen.

Ich finde, wir sollten uns alle viel öfters ein Beispiel an diesen zwei Jungs nehmen. Das Glück des Augenblicks ergreifen, wenn es direkt vor uns steht und nicht mit verschlossenen Augen und Ohren daran vorüber eilen.
Ein Lächeln schenken, denn was haben wir schon zu verlieren?

Sarah

 

 

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